Ulrike Buhl
kommt vor allem aus der Bildhauerei und der Installation. Ambivalent, sich ständig verändernd, mutiert, sind Buhls Arbeiten futuristische skulpturale Installationen, die eine Welt im ständigen Wandel darstellen. Ihre Arbeiten oszillieren zwischen schön und bedrohlich, menschengemacht und natürlich. Einerseits deuten die optischen Merkmale der Stücke automatisch auf etwas Unnatürliches, Menschengemachtes und Anorganisches hin; Durch die visuellen Qualitäten des schimmernden Autolacks und der glänzenden Oberflächen werden wir auf etwas Wundersames und Magisches vorbereitet. Andererseits sind die Formen biomorph, natürlich und spontan, sie ähneln vergrößerten Virenstrukturen oder Mikroorganismen und symbolisieren den endlosen Kreislauf der Schöpfung, der in der Natur zu finden ist. Die Energie in den Werken ist eskalierend und es fühlt sich an, als würden sie jederzeit explodieren.
Die Skulpturen erzählen uns die Geschichte einer fiktiven Kosmologie, eines biologischen Urknalls, der erst noch kommen wird. Der Prozess der Mutation wird zum Zeugen einer dystopischen Zukunft, sollte die Menschheit die Ressourcen weiterhin so erschöpfen wie jetzt. Dabei trifft Buhl keine moralischen Entscheidungen und überlässt dem Betrachter seine eigene Interpretation. Die Werke befinden sich in einer ständigen Entwicklung – Buhl begrüßt den Wandel und den Zufall, sie lässt ihn in das Werk eindringen und seine Ästhetik prägen. Buhl spricht vom Universum, von der Biologie und letztlich von den Tiefen der menschlichen Psyche; ihre Werke bleiben Manifeste der Unberechenbarkeit des Lebens und im weiteren Sinne der dem Menschen innewohnenden Fähigkeit zum Guten wie zum Bösen. Im Lichte der Covid-19-Krise hat Buhls Werk eine neue, unerwartete Bedeutung erlangt, die ihren Ansatz aktueller denn je macht.
Vanessa Souli, Berlin
Ulrike Buhl lebt und arbeitet in Berlin und Sassenberg (NRW)
Weitere Informationen unter www.ulrikebuhl.com